Audi A4 B8


  • Der B8 (Typ 8K) ist die vierte Baureihe des Mittelklassefahrzeugs Audi A4 und wurde seit Dezember 2007 zunächst als Limousine ausgeliefert. Ende Februar 2008 wurde die Kombivariante offiziell im Internet vorgestellt und im März auf dem Genfer Auto-Salon der Öffentlichkeit präsentiert. Der B8 basiert auf dem neuen Modularen-Längs-Baukasten, auf welchem bereits der Audi A5 aufbaut und alle zukünftigen Modelle im Volkswagen-Konzern mit Längsmotor basieren werden.


    Ein offener A4 wird hingegen nicht mehr angeboten, da diese Position seit Frühjahr 2009 das A5 Cabrio übernimmt.


    Im November 2011 erhielt die A4-Reihe ein Facelift, welches sowohl eine technische als auch optische Überarbeitung umfasste.


    Die neueste A4-Generation ähnelt mit der Front- und Heckpartie dem bereits im März 2007 vorgestellten Audi A5. Im Vergleich mit dem Vorgängermodell B7 wurde das Fahrzeug 117 mm länger und 54 mm breiter. Als besonders markante Designelemente stechen die großen Außenspiegel mit integrierten LED-Seitenblinkern und das in Verbindung mit dem optionalen Xenonlicht angebotene Tagfahrlicht mit LED-Technik hervor.


    Das Design des Innenraums orientiert sich dabei am Audi A5. So ist die Mittelkonsole auf den Fahrer ausgerichtet und in der Mitte des Armaturenbretts befindet sich, je nach Radio- bzw. Navigationssystemausstattung, ein 6,5- oder 7-Zoll-Bildschirm. Die Bedienung erfolgt bei einem verbauten Navigationssystem per separaten MMI-Terminal in der Mittelkonsole oder via nachgebildeter MMI-Bedienlogik am „normalen“ Radio. Wichtige Funktionen wie z. B. Radiolautstärke oder Klimaanlagensteuerung können unabhängig von dieser Bedienungsschnittstelle betätigt werden.


    Erstmalig in der A4-Geschichte werden wie auch beim Audi A3 drei Grundausstattungspakete angeboten:

    • Attraction: Die Basisvariante beinhaltet 16-Zoll-Felgen (bei Sechszylindermotoren in 17 Zoll) und Dekoreinlagen in Platinoptik.
    • Ambition: Die sportliche Ausrichtungslinie umfasst neben Sportsitzen, -fahrwerk und -lenkrad serienmäßig 17-Zoll-Bereifung, Fahrerinformationssystem und diverse Dekoreinlagen in Aluminiumoptik.
    • Ambiente: Die komfortorientierte Linie umfasst ergänzend zur Variante Attraction serienmäßig eine Sitzheizung, Geschwindigkeitsregelanlage, akustische Einparkhilfe hinten, Mittelarmlehne, ein Multifunktionslenkrad sowie das Licht- und Glanzpaket.

    In Verbindung mit den Ausstattungslinien werden einige Sonderausstattungen günstiger angeboten. Gegenüber den Vorgängern wurde die Aufpreisliste durch viele neue Entwicklungen erweitert. So wird neben der serienmäßigen Klimaautomatik ebenfalls eine Drei-Zonen-Klimaautomatik angeboten. Das serienmäßige Radio kann durch ein Soundsystem von Bang & Olufsen mit 505 Watt Gesamtleistung oder mit einem Empfänger für digitalen Radioempfang (DAB) erweitert werden.


    Ebenfalls neu im B8 ist Audi drive select, mit welchem sich verschiedene Fahrzeugparameter unabhängig voneinander verändern lassen. Neben Gaspedalkennlinie, Automatikgetriebeabstimmung und Lenksystemübersetzung lässt sich durch ein Fahrwerkspaket mit elektronischer Stoßdämpferregelung die „Härte“ des Fahrwerks individuell einstellen. Zusammen mit diesem Paket ist ebenfalls eine optionale „Dynamiklenkung“ erhältlich, die es ermöglicht, den Lenkwinkel, welcher vom Fahrer über das Lenkrad angegeben wird, zu verkleinern oder zu vergrößern. Zudem kann sie selbständig lenken, z. B. wenn das Fahrzeug ausbricht.


    Als weitere neue Komfortfunktionen werden eine Einparkhilfe mit Rückfahrkamera bzw. visueller Anzeige über den Bildschirm im Armaturenbrett und Komfortsitze mit einer aktiven Sitzbelüftung angeboten.


    Die Sicherheitsausstattung kann im B8 erstmals durch verschiedene Fahrerassistenzsysteme wie

    • Spurhalteassistent (Audi lane assist/active lane assist),
    • Spurwechselassistent (Audi side assist) oder
    • Abstandsregeltempomat (Adaptive cruise control)

    ergänzt werden.


    Kindersitze lassen sich an allen Plätzen der Rückbank anbringen. Dennoch haben keine drei Kindersitze nebeneinander genügend Platz. Isofix-Halterungen auf den Außensitzen der Rückbank können ohne Aufpreis geordert werden. Für den Beifahrersitz kosten Isofix-Halterung und abschaltbarer Airbag Aufpreis.


    Mit der neuen Plattform wurde durch Anordnung des Differenzials unterhalb der Kupplung bzw. des Wandlers die Vorderachse um 154 mm weiter nach vorne verlagert. Dank dieser Änderung wird

    • die Fahrdynamik durch eine bessere Gewichtsverteilung gesteigert,
    • der Fußgängerschutz durch die geänderte Aggregatlagerung verbessert und
    • ein um 160 mm verlängerter Radstand ermöglicht.

    Das Brems-, Fahrwerks- und Lenksystem wurde überarbeitet und der Strömungswiderstandskoeffizient (c_{\mathrm w}) bei der Limousine konnte durch Optimierung der Karosserie auf 0,27 gesenkt werden (Avant 0,31). Ebenso wurde die Crash-Sicherheit auf den aktuellen Stand gebracht. So erhielt der A4 beim Euro NCAP-Crashtest im Jahr 2009 die Höchstbewertung von fünf Sternen.[3] Im Detail erreichte der A4 93 % der Punkte beim Insassenschutz, 84 % bei der Kindersicherheit und 39 % beim Fußgängerschutz.


    Der Audi A4 ist serienmäßig mit Frontantrieb ausgestattet. Optional ist für verschiedene Motorisierungen das Allradsystem quattro erhältlich.


    Für den chinesischen Markt wird seit Januar 2009 die Langversion A4L produziert. Diese Variante besitzt einen 60 mm längeren Radstand und war zu Beginn mit zwei Benzinmotoren, dem 2-Liter-Turbomotor (132 kW/180 PS) sowie 3,2-l-V6 (195 kW/265 PS), erhältlich.[4] Später erschien für den A4L der 1,8-Liter- (118 kW/160 PS) und ein weiterer 2-Liter-Turbomotor (155 kW/211 PS).[5]


    Seit März 2009 wird der S4 dieser Baureihe ausgeliefert, welcher im Gegensatz zu seinen Vorgängern weder durch einen Turbo- noch Saugmotor angetrieben wird. Stattdessen setzt Audi in diesem Modell auf einen 3,0-l-V6-Motor, der mittels Kompressoraufladung 245 kW (333 PS) leistet.[6]


    Im Frühsommer 2009 erschien der A4 allroad quattro, eine Variante mit erhöhter Bodenfreiheit für den Einsatz abseits befestigter Straßen.[7]


    Im Februar 2012 wurde der Audi RS4 der B8-Baureihe auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt, welcher ab Herbst 2012 vorerst nur als Avant-Variante ausgeliefert wird. Das leistungsstärkste A4-Modell leistet durch einen 4,2-l-V8-Hochdrehzahlmotor 331 kW (450 PS), welcher bereits seit 2010 im Coupé-Modell Audi RS5 zum Einsatz kommt.


    Die Motorenpalette umfasst einen neu entwickelten 1,8-Liter-Turbomotor mit Benzindirekteinspritzung (FSI), welcher 88 kW (120 PS) bzw. 118 kW (160 PS) leistet. Im Gegensatz zu den bisherigen Reihenvierzylinder-Ottomotoren im A4 verfügt dieser unter anderem über einen wartungsfreien Nockenwellenantrieb durch eine Steuerkette und eine volumenstromgeregelte Ölpumpe. Eine überarbeitete Variante dieses Motors erschien mit dem Facelift der Modellreihe im November 2011. Der Motor erhielt ein neues Thermomanagement, welches die Betriebstemperatur schneller erreichen lässt und dadurch die Emissionen und den Kraftstoffverbrauch reduziert. Weitere Veränderungen wurden durch Gewichtseinsparungen und Reibungsoptimierungen vorgenommen. Zusätzlich wird die Direkteinspritzung durch eine Saugrohreinspritzung ergänzt, welche im Teillastbereich zum Einsatz kommt, um den Partikelausstoß zu mindern. Neu ist auch die aus den 2-Liter-Benzinmotoren übernommene variable Ventilhubverstellung Audi valvelift.[9]


    Der aus dem Vorgänger bekannte 3,2-l-V6-Ottomotor wurde im B8 unter anderem mit der variablen Ventilhubverstellung Audi valvelift (ähnlich Valvetronic von BMW), einer volumenstromgeregelte Ölpumpe und einer minimal vergrößerten Bohrung optimiert, woraus ebenfalls mehr Hubraum resultiert. Dadurch bietet der Motor nun 7 kW (10 PS) mehr Leistung. Weiterhin stehen die 330 Nm maximales Drehmoment durch die neue Ventilsteuerung von 3000 bis 5000 min−1 zur Verfügung. Der 3,2-l-V6-Ottomotor entfiel mit Erscheinen des Facelifts im November 2011.


    Der aus der letzten Baureihe übernommene 2-Liter-Dieselmotor wurde – als erster Reihenvierzylinder-Diesel des VW-Konzerns – mit einer Common-Rail-Einspritzung ausgestattet (zuvor Pumpe-Düse). Überarbeitet wurden auch die V6-Dieselmotoren, die nun mehr Leistung bieten. Alle Dieselmotoren sind serienmäßig mit einem Rußpartikelfilter ausgestattet.


    Mit Einführung der Kombivariante Avant im Jahr 2008 erschienen weitere Motorisierungen. So folgten auf Basis des 1,8-l-Turbomotors zwei 2-Liter-Modelle, welche zusätzlich mit dem Audi valvelift system des 3.2 FSI ausgestattet sind und 132 bzw. 155 kW (180 bzw. 211 PS) leisten.


    Seit Anfang 2009 ist das neu entwickelte Doppelkupplungsgetriebe S tronic mit sieben Gängen für die Allrad-Modelle der 2-Liter-Benzinmotoren, den 3.0 TDI und den Audi S4 dieser Baureihe erhältlich. Die S tronic wird nach und nach die als Tiptronic bezeichnete Wandlerautomatik ersetzen. Sie feierte ihre Premiere in einem Fahrzeug mit längs eingebauten Motor im Kompakt-SUV Q5, welcher bereits im Herbst 2008 erschien.


    Für das ab Mitte 2009 produzierte neue Modelljahr der Baureihe wurden einige Neuerungen eingeführt. So wird zum bisherigen DVD-Navigationssystem eine überarbeitete Variante MMI Navigation plus angeboten welche unter anderem eine integrierte Festplatte, Ganzwortspracheingabe und 3D-Stadtmodelle bietet. Die Festplatte wird für die Navigationsdaten verwendet, kann jedoch auch Musiktitel speichern und abspielen. Zusätzlich bietet das eingebaute DVD-Laufwerk die Möglichkeit zum Abspielen von Musik- und Video-DVDs. Eine weitere Neuerung sind die – bei Fahrzeugen mit Xenonlicht – verbauten Rückleuchten mit LED-Technik für das Brems- und Schlusslicht sowie ein verändertes Außenspiegel-Design. Modelle mit 2-Liter-Benzin- und Dieselmotoren werden ab diesem Modelljahr in Kombination mit Handschaltgetriebe serienmäßig mit einer Start-Stopp-Automatik sowie einem Rekuperationssystem (Bremsenergierückgewinnung) ausgestattet.[10]


    Zudem erschien mit dem 100-kW-TDI (136 PS) eine weitere Dieselvariante, welche von Anfang Juni 2009 bis November 2010 ausgeliefert wurde.[11] Das als 2.0 TDI e bezeichnete Modell verbrauchte durch verschiedene Maßnahmen wie Leichtlaufreifen, geänderter Übersetzung, Start-Stopp-Funktion, Bremsenergierückgewinnung und aerodynamische Optimierungen weniger als die anderen 2-Liter-Dieselmotoren. Während für die Limousine des 2.0 TDI e verschiedene Sonderausstattungen nicht bestellt werden konnten und nur die Grundausstattungslinie Attraction erhältlich war, konnte der Avant mit allen Ausstattungspaketen und Mehrausstattungen bestellt werden.[12] Zusätzlich wurde auch die Limousine mit dem 100-kW-TDI und allen Ausstattungsoptionen angeboten, hier entfiel dann jedoch die Zusatzbezeichnung „e“.


    Zur Internationalen Automobil-Ausstellung 2009 wurde das Motorenprogramm um das Modell 3.0 TDI clean diesel erweitert. Dieser „saubere Diesel“ verfügt über eine Abgasnachbehandlung mittels selektiver katalytischer Reduktion, welche mit Hilfe des Additivs AdBlue realisiert wird. Dadurch wird der Ausstoß von Stickoxiden deutlich verringert, wodurch dieses Modell bereits die für 2014 angekündigten Euro-6-Grenzwerte einhält.[13]


    Ebenso erschien zur IAA ein, für den Betrieb mit Ethanol-Kraftstoff (E85) angepasster und optimierter 2-Liter-TFSI-Motor mit 132 kW (180 PS). Das als 2.0 TFSI flexible fuel bezeichnete Modell kann weiterhin mit Benzin betankt werden und kostet in Deutschland 600 Euro mehr als sein für Benzinbetrieb ausgelegtes Pendant.[14]


    Mit dem Modelljahr 2011, welches ab Mitte 2010 begann, erhielt der als Fahrerinformationssystem bezeichnete Bordcomputer neue Funktionen wie eine vergrößerte Darstellung der Schaltempfehlung, Anzeige von Sparhinweisen und Darstellung des Kraftstoffbedarfs einzelner Verbraucher. Des Weiteren entfiel die Hubraumangabe auf der Heckklappe, stattdessen wird der „Technologieschriftzug“ TDI bzw. TFSI verwendet. Daneben erhielten ab diesem Modelljahr alle Dieselmodelle serienmäßig einen Fehlbetankungsschutz.


    Im November 2010 entfiel das „e“ in der Modellbezeichnung des 2.0 TDI e.[15] Die Kraftstoffspareigenschaften bleiben jedoch weiter erhalten und konnten durch zusätzliche Optimierungen weiter gesenkt werden. Im Gegensatz zum vorherigen 2.0 TDI e ist dieses Modell ohne Ausnahmen nur in der Ausstattungslinie Attraction erhältlich und kann mit beliebiger Sonderausstattung konfiguriert werden. Das neue Modell erhält die Zusatzbezeichnung „115g“ bei der Limousine bzw. „120g“ beim Avant, welche auf den geringen CO2-Ausstoß und Kraftstoffverbrauch hinweist.


    Im November 2011 erfuhr der Audi A4 neben einer technischen auch eine optische Überarbeitung.[16] Hierfür wurde die Front im Bereich des Kühlergrills und der Scheinwerfer neu gestaltet. Die Limousine des A4 erhält zudem neue Rückleuchten, bei denen auch die Form modifiziert ist.


    Zusätzlich ist bei Modellen mit LED-Rückleuchten, der Fahrtrichtungsanzeiger ebenfalls in LED-Technik ausgeführt. Der Innenraum wurde durch neue Materialien aufgewertet und einige Bedienelemente überarbeitet. So besitzt beispielsweise das MMI-Navigationssystem nun vier Tasten weniger, die Sitzheizungseinstellung wird direkt über eine Taste vorgenommen, die Fahrzeugeinstellungen für drive select sind nicht mehr einzeln in der Mittelkonsole aufrufbar und der Bordcomputer ist mit einer Pausenempfehlung ausgestattet.[17]


    Neben einem überarbeiteten Fahrwerk, erhält der Audi A4 eine neue Servolenkung, welche elektromechanisch arbeitet. Die Motorenpalette umfasst aktualisierte Benzin- und Dieselmotoren, welche nun alle serienmäßig über eine Start-Stopp-Automatik verfügen. Der 1,8-Liter-Benzinturbomotor besitzt im Vergleich zu seinem Vorgänger, neben einigen technischen Neuerungen wie einer kombinierten Direkt- und Saugrohreinspritzung und der variablen Ventilhubverstellung valvelift, 7 kW (10 PS) mehr Leistung und ein um 70 Nm höheres Drehmoment.[9] Seit Anfang 2012 wird zudem eine leistungsschwächere Variante des aus dem Audi S4 bekannten 3-Liter-TFSI mit Kompressoraufladung angeboten, welche den seit der Modellpflege entfallenen 3,2-l-V6-Benzinmotor ersetzt. Bei den Vierzylinder-Dieselmotoren leistet der stärkste 2-Liter-TDI nun 130 kW (177 PS). Ebenso erschien mit dem 120-kW-TDI (163 PS) eine zusätzliche Motorvariante mit reduziertem Kraftstoffverbrauch. Der 2,7-Liter-V6-Diesel entfiel, stattdessen wird der 3-Liter-TDI in zwei Leistungsstufen angeboten (150 kW/204 PS und 180 kW/245 PS) und ist zum Marktstart nur mit Automatikgetrieben erhältlich.



    [infobox]Quelle & Textinhalt/Bilder "Wikipedia"
    [quelle]http://de.wikipedia.org/wiki/Audi_A4_B8[/quelle][/infobox]