Audi A4 B6


  • Auf Basis der zweiten Baureihe B6 (Typ 8E) des Audi A4 wurde neben der Limousine und des Kombi erstmals nach dem Audi 80 Cabriolet wieder ein Cabriolet für die Mittelklasse angeboten (Typ 8H). Er löste im Oktober 2000 den A4 B5 ab. Im November 2004 ersetzte ihn in Deutschland der A4 B7.


    Die zweite Generation des A4 grenzt sich gegenüber dem Vorgänger B5 durch die hochgezogene seitliche Gürtellinie und einen rundlicheren Heckabschluss ab. Die Karosserie ähnelt dadurch dem größeren Audi A6. Der B6 ist um 69 mm länger, 33 mm breiter und 13 mm höher als sein Vorgänger.


    Die weiterentwickelte Vierlenker-Vorderachse besteht größtenteils aus Aluminium. Der Einsatz dieses Leichtbaumaterials ermöglichte eine Verringerung des Gewichts um 8,5 Kilogramm bei den Fahrwerkskomponenten gegenüber der ersten A4-Generation.


    Während der Vorgänger über eine Verbundlenker- (Frontantrieb) bzw. Doppelquerlenker-Hinterachse (Quattro-Antrieb) verfügte, hat der B6 in beiden Antriebsvarianten eine Trapezlenker-Hinterachse mit getrennten Federn und Dämpfern, die eine bessere Spurstabilität aufweist.


    Neben einigen bekannten Motoren aus der alten Baureihe kommen im B6 zwei neuentwickelte Benzinmotoren zum Einsatz:


    Ein Reihenvierzylinder mit 2 Litern Hubraum und 96 kW (130 PS) sowie
    ein Sechszylinder-V-Motor mit 3 Litern Hubraum und 162 kW (220 PS).


    Beide Motoren sind aus Aluminium und verfügen über fünf Ventile pro Zylinder.


    Mit dem B6 wird im A4 erstmals die stufenlose Automatik Multitronic für Fahrzeuge mit Frontantrieb angeboten. Modelle mit Allradantrieb können dagegen nur mit einer 5-Stufen-Wandlerautomatik „Tiptronic“ ausgestattet werden. Diese verfügt im Gegensatz zum Vorgänger über eine zusätzliche Schaltstellung „S“, die ein sportliches Schaltverhalten und Fahrgefühl vermitteln soll. Die bisherigen Gangstellungen entfallen dadurch, können jedoch mittels „Schaltgasse“ weiterhin separat gewählt werden.


    Verbessert und weiterentwickelt wurden auch:

    • die Crash-Eigenschaften,
    • ESP und ABS,
    • das Bremssystem,
    • die Geräuschdämmung,
    • die Karosseriesteifigkeit (45 % höher als beim B5),
    • die Serien- und Sonderausstattungen.

    So ist der B6 z. B. serienmäßig mit dem Kopfairbagsystem sideguard ausgestattet. Im Vorgängermodell wurden diese ergänzenden Airbags nur gegen Aufpreis angeboten.


    Wie der Vorgänger wird auch der Nachfolger B6 als Limousine (vier Türen) und Kombi (fünf Türen) angeboten.


    Die Bauzeiten zwischen B5 und B6 überschneiden sich, weil die Kombi-Variante des Vorgängers ein Jahr später eingeführt und auch ein Jahr länger produziert wurde als die Limousine der vergleichbaren Bauzeit.


    Ab April 2002 wurde auch ein Cabriolet (Typ 8H) auf Basis des Audi A4 angeboten, welches für vier Personen Platz bietet und beim niedersächsischen Karosseriebauer Karmann (Osnabrück) im nordrhein-westfälischen Rheine produziert wurde. Zuvor gab es nur das Audi Cabriolet auf Basis des Audi 80. Wie beim Vorgänger wird ein Stoffverdeck mit automatischer Schließfunktion eingesetzt. Das Design des Cabriolet weicht wegen der geänderten Karosserie von der Limousine ab, so sind z. B. die Stoßfänger, Scheinwerfer und Heckleuchten anders gestaltet. Im Innenraum finden sich ebenfalls einige neue Designelemente wie

    • runde Belüftungsdüsen mit Chromringen,
    • tiefer eingefasste Anzeigen im Kombiinstrument,
    • zusätzliches Ablagefach in der Mittelkonsole über dem Radio oder
    • Türverkleidung mit geänderter Armauflage und Lautsprecherabdeckungen.


    Der Audi A4 ist serienmäßig mit Frontantrieb ausgestattet. Optional ist für verschiedene Motoren das Allradsystem quattro erhältlich (siehe Motoren). Bei den S-Modellen ist der Allradantrieb serienmäßig.

    • Limousine: Oktober 2000 bis November 2004
    • Kombi: September 2001 bis November 2004
    • Cabriolet: April 2002 bis Januar 2006

    Obwohl die Limousine und der Kombi nur etwa vier Jahre gebaut wurden, verließen 1.200.852 Fahrzeuge die Werkshallen. Davon entfielen 482.633 Stück auf die Kombi-Variante, was einem Anteil von 40,2 % entspricht.


    Optisch wurde das Modell B6 im Laufe der Bauzeit kaum verändert. Ab Mitte 2003 wurden die Stoßfänger und Seitenschweller serienmäßig in Wagenfarbe lackiert (zuvor Sonderausstattung). Ebenso erhielt das Automatikgetriebe Multitronic die von der Tiptronic bekannte Schaltstellung „S“, durch die ein sportlicheres Fahrgefühl vermittelt wird. Ende 2003 wurde ein neues Navigationssystem mit 6,5-Zoll-Farbbildschirm (zuvor 5 Zoll), DVD-Laufwerk, MMI-Bedienlogik, MP3-Abspielfunktion und zwei Steckplätzen für SD Memory Cards eingeführt.


    Aus technischer Sicht wurde die Leistung einiger Motoren erhöht.


    Die eigentliche Modellpflege im Sinne eines Facelift fand mit der Einführung der nächsten Baureihe B7 statt.


    Der S4 dieser Modellreihe kam Anfang 2003 mit 253 kW (344 PS) als Limousine und Avant heraus. Anfang 2004 erschien das S4 Cabrio mit gleicher Leistung. Im Gegensatz zum Vorgängermodell, das mit einem V6-Biturbo-Motor ausgestattet war, kommt im B6 ein V8-Saugmotor mit 4,2 l Hubraum zum Einsatz. Ein RS4 auf Basis des B6 wurde nicht gebaut.



    [infobox]Quelle & Textinhalt/Bild "Wikipedia"
    [quelle]http://de.wikipedia.org/wiki/Audi_A4_B6[/quelle][/infobox]